Gelsenwasser startet Tunnelbohrung für neue Stromleitung
Zwischen Stolzenau und Leese ersetzt die Gelsenwasser Energienetze GmbH eine oberirdische Stromleitung über die Weser durch ein Erdkabel. Dafür wird derzeit mithilfe des HDD-Verfahrens (Horizontal Directional Drilling) ein Tunnel unter dem Fluss hindurchgetrieben, durch den das Kabel später verlegt wird. Dieser technisch anspruchsvolle Bauabschnitt markiert den Auftakt des Projekts. Start war am 23.06.2026.
Das Projekt hat eine besondere Bedeutung für die Region: Nach Inbetriebnahme des Erdkabels wird die bestehende Freileitung vollständig zurückgebaut. Damit entfallen Strommasten, die bislang das natürliche Landschaftsbild der Weseraue beeinträchtigen. Empfindliche Auenbereiche werden langfristig entlastet.
Technisch bringt die neue Verbindung klare Vorteile. Ein größerer Leiterquerschnitt ermöglicht höhere Übertragungskapazitäten bei geringeren Verlusten. Das stärkt die Netzstabilität und schafft zusätzliche Reserven für die Energieversorgung vor Ort. Diese sind notwendig für den Netzausbau und die Integration erneuerbarer Energien.
„Erdkabel sind deutlich robuster gegenüber Witterungseinflüssen und sorgen für eine höhere Versorgungssicherheit bei gleichzeitig geringerem Wartungsaufwand. Für die Region bedeutet das eine moderne und verlässliche Infrastruktur“, betont Wolfram Heinen, Leiter der Technischen Abteilung der Gelsenwasser Betriebsdirektion Westfalica.
Notwendige Genehmigungsverfahren gingen dem Projekt voraus. Dazu zählen unter anderem die Umweltverträglichkeitsprüfung, wasserrechtliche Genehmigungen für die Weserquerung sowie naturschutz- und immissionsschutzrechtliche Zustimmungen. Auch alle erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Behörden, wie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, fanden im Vorfeld statt.
Mit der neuen Kabeltrasse und dem Rückbau der Freileitung setzt Gelsenwasser auf eine nachhaltige, technisch zukunftsfähige Lösung, die die Energieinfrastruktur in der Weserregion dauerhaft stärkt.




